12 von 12 im Februar 2026
Der zwölfte Tag im Monat, zwölf Bilder – nicht mehr und nicht weniger – nichts Herausragendes, keine Schau meiner tollsten Sieh-mal-wo-ich-war-Bilder, wenig Text. Klingt nach einem eher langweiligen Format, ist es aber nicht.
Es sind leise und unaufgeregte Einblicke in den ganz banalen Alltag, die uns ins Hier-und-Jetzt mitnehmen und den Blick schärfen für die Schönheit, die sich in den kleinen und alltäglichen Dingen versteckt. Achtsamkeit to go, wenn man so will.
Und so war mein 12. Februar 2026. Ein Tag Grau in Grau, kein Fotolicht, da brauch ich Farbe, viel Farbe!

Ein Blick auf den Kalender in meinem Wohnzimmer schenkt mir Glück in Rosa und Gold.
Ich liebe diese Mandalas von Natalia Schäfer mit ihren wunderbaren Farben, ihre Achtsamkeitsklender begleiten mich nun schon seit einigen Jahren.

Auch die Clivie auf dem Küchenfensterbrett gibt alles um zu leuchten.

Und natürlich gehören gelbe Tulpen, gelbe Vorhänge, gelbe Kissen vor allem im Winter zu meiner Wohlfühl-Grundausstattung.

Beim heutigen Ideengewitter im Rahmen der Blogdekade habe ich so viele Blog-Ideen für neue Artikel rund um meine Tätigkeit als Sterbeamme bekommen, dass es wohl für sieben kalte Winter reicht 🙂
Es ist faszinierend, wie viele Anregungen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln in nur wenigen Minuten zusammenkommen, wenn eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam auf eine Frage konzentriert – die Bezeichnung Gewitter ist keine Übertreibung.

Auf geht’s in die Innenstadt, wo mich auf dem Markt die letzten Schneehaufen begrüßen. Winter in the City ist hier meist eine ziemlich schmuddelige Angelegenheit.

Vorbei an diesem Laden an der Ecke, hier wird irgendwas mit Krokodilen verkauft. Als ich 2024 anfing Japanisch zu lernen, haben mich die Schriftzeichen in der untersten Reihe angelacht. Damals hatte ich sie mir abfotografiert, jedes einzelne Schriftzeichen herausgesucht und dann ganz stolz im Wörtebuch nachgeschlagen, was ja weiter oben auf der Scheibe auch auf Deutsch zu lesen war: Koko de wa wani-go o hanshimasu – Hier sprechen wir Krokodilisch. Das nenn ich doch mal Kundenorientierung 🙃

Angekommen in meinem Lieblingsbuchladen, erwartet mich dieses Begrüßungskomitee. Ja, sie sind wieder da, und man kann ihnen kaum entgehen. Ich frage mich, wer solche Mengen an Osterdeko braucht, und wohin das alles nach dem Fest wieder verschwindet. Schnell vorbei und zum Fahrstuhl!

Oben angekommen, stolpere ich gleich über den nächsten Tisch mit Quengelware. Aber ich bleibe stark und gönne mir heute mal keinen Steuerratgeber!

Mich zieht es eher in den English Bookshop mit seinen gemütlichen Leseecken und einer riesigen Auswahl von Fiction und Non-Fiction, mit Kinderbüchern, Fantasy, Klassik und New Adult und und und … Hier findet wirklich jeder etwas zum Schmökern.

Und weil Bücher alleine doch etwas trockene Kost sind, gibt es zum Glück gleich um die Ecke das Lesecafé mit leckerstem Kaffee und sehr gefährlichen Leckereien. Hier muss ich auch nicht quengeln, ein „Bitte einmal wie immer“ reicht aus. (Die Lücke unten in der Mitte, das war übrigens mein Stück.)
Leider war es so voll, dass ich kein Foto vom Café selbst machen konnte, ohne mindestens 10 Leute fragen zu müssen, ob es für sie ok ist, wenn sie mit im Bild sind. Also male ich es halt mit Worten.
Es ist ein Lieblingsort, und nicht nur meiner. Die wenigsten kommen „nur“ zum Essen und Trinken hierher. Hier wird gelesen und diskutiert, ältere Damen treffen sich hier regelmäßig mit ihren Freundinnen, ein Vater sitzt mit seinem Sohn beim Schachspiel, ein Mädchen hat ein Häkelbüchlein gekauft und lässt sich von ihrer Freundin zeigen, wie man Maschen aufnimmt, eine ist ganz in ihr Tagebuch versunken, ein ziemlich verliebter Mann hält seine Freundin zärtlich im Arm und liest ihr aus einem Fachbuch vor. Hausaufgaben werden gemeinsam gemacht, Studenten arbeiten an Projekten oder werkeln an ihren Bachelor-Arbeiten, selbst Bücher werden hier geschrieben. Blogger hab ich hier noch keine gesehen, aber wer weiß – es ist ein wirklich guter Ort zum Schreiben.

Als das Café mich wieder freigibt, ist es draußen schon dunkel. Es regnet, und so ist endlich auch die Farbe in diesem grauen Tag angekommen.

Durch die Passage geht es noch schnell zum Blumenladen und dann per Bus zurück nach Hause.


Liebe Elke, was für einen schönen bunten Tag Du doch am 12.2.2026 in Leibzig hattest. Hmm, den Kuchen würde ich jetzt auch gern essen! Was für eine tolle Idee, uns auf solch einem „normalen“ Tag mitzunehmen und uns dabei, quasi Achtsamkeit to go zu schenken. Vielen Dank und herzliche Grüße aus dem grad auch ziemlich grauen Bremen, Sona
Das freut mich aber, liebe Sona, dass meine Erlebnisse Dir Freude bereitet haben. Vielleicht sehen wir uns ja mal im Buch & Bohne? Das würde mich sehr freuen ☕